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Ratgeber: Reinigung einer PV-Anlage

02.02.2023
 6 Minuten
Autor: EWE ZuhauseSolar-Redaktion

Photovoltaik-Reinigung: So geht’s

Schon bei der Planung einer PV-Anlage spielt die Verschattung eine große Rolle: Damit die Solarzellen so viel Sonnenstrahlung wie möglich auffangen können, braucht es den richtigen Neigungswinkel und ausreichenden Abstand zwischen den einzelnen Solarmodulen. Eine zusätzliche Verschattung kann im Lauf der Zeit allerdings auch durch Verschmutzung entstehen. Die Lösung heißt Photovoltaik-Reinigung!

Aber ist eine Solarreinigung zwingend nötig? Und wenn ja: Wie oft? Im EWE-Ratgeber erfahren Sie, welche Gründe für ein regelmäßiges Putzen sprechen und bei welchen Anlagen sich diese besonders bemerkbar machen. Außerdem geben wir Ihnen eine Orientierungshilfe zu Kosten und Nutzen einer professionellen Photovoltaik-Reinigung. Oder Sie sparen, indem Sie selbst zur Bürste greifen. Hier erfahren Sie wie’s geht.

Sollte ich meine Photovoltaikanlage reinigen?

Eine professionelle PV-Reinigung bietet sich vor allem bei starker Staubbelastung an oder wenn die Solarmodule flach montiert sind. Wenn nämlich der Neigungswinkel der Module sehr flach ist, bleibt der natürliche Reinigungseffekt durch Regenwasser aus: Das stehende Wasser durch Witterung begünstigt die Bildung von Flechten. Auch Vogelkot und andere Verunreinigungen lagern sich auf der Glasoberfläche der Module ab. Je stärker die Verschmutzung, desto weniger direktes Sonnenlicht trifft auf die Solarzellen. Die Folge sind Ertragsverluste, unter denen die Wirtschaftlichkeit Ihrer PV-Anlage leidet.

Die meisten Eigentümer gehen davon aus, dass Regenwasser zum Reinigen der Solaranlage vollkommen ausreicht. Tatsächlich kann Regen bereits Flugsand und andere leichte Verschmutzungen abspülen. Andere Ablagerungen sind jedoch hartnäckiger: Getrockneter Vogelkot und Flechten mit ihrem feinen Wurzelwerk halten sich auf den Solarmodulen für längere Zeit – und sorgen für unnötige Verschattung Ihrer Photovoltaikanlage. Zum Glück hält sich der entstehende Ertragsverlust normalerweise in Grenzen: Im Deutschlandfunk-Interview beziffern Experten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg die Ertragsminderung durch Schmutz im Normalfall auf etwa 1 bis 2 Prozent.1

Wichtiger wird die Solarreinigung jedoch, wenn die Module horizontal oder nur mit einem geringen Neigungswinkel montiert sind. In diesem Fall reicht Regenwasser nicht mehr aus, um die Photovoltaikanlage zu reinigen. Hier schützt nur noch eine gründliche Solarreinigung, am besten durch einen Fachbetrieb, effektiv vor der Ertragsminderung durch Schmutz.

Wie oft ist eine Solarreinigung nötig?

In welchen Intervallen eine Photovoltaik-Reinigung stattfinden sollte, hängt stark vom Standort Ihrer Module ab. Vor Witterung und Vogelkot ist Ihre Photovoltaikanlage leider nirgendwo sicher. Unterschiede können hingegen zwischen Stadt und Land bestehen: In der City bereitet Ihnen unter Umständen Feinstaub Probleme, während sich auf dem Land gerne Laub und Pollen vermehrt auf Ihren Solarmodulen ablagern. Möglicherweise kommen landwirtschaftliche Betriebe hinzu: Vor allem der Ackerbau wirbelt eine Menge Sand und Staub auf, was eine häufigere Solarreinigung nötig macht.

Unter normalen Umständen ‒ etwa bei einem nicht zu flachen Dach, wenig umstehenden Bäumen und ohne überdurchschnittlich viel Vogelkot ‒ können Sie eine professionelle Photovoltaik-Reinigung alle drei bis fünf Jahre einkalkulieren. Gibt es in Ihrer Umgebung Faktoren, die für stärkere Verunreinigung sorgen? Dann kann auch eine jährliche Solarreinigung durchaus sinnvoll sein, um einer unnötigen Verschattung und der damit einhergehenden Ertragsminderung vorzubeugen.

Am besten schauen Sie sich Ihre Photovoltaikanlage halbjährlich einmal genauer an. So erkennen Sie rechtzeitig, ob gereinigt werden muss oder gegebenenfalls auch andere Arbeiten notwendig werden. Auch bei der Inspektion oder Wartung Ihrer Photovoltaikanlage durch einen Fachbetrieb wird dieser Sie auf eine eventuell notwendige Reinigung aufmerksam machen oder sie, sofern vereinbart, gleich mit ausführen.

Was kostet eine Reinigung der Photovoltaikanlage?

Wenn Sie eine professionelle Firma mit der Photovoltaik-Reinigung beauftragen, können die Kosten je nach Anbieter und Wohnort variieren. Ein realistischer Preisrahmen liegt allerdings zwischen 2 und 3 Euro pro Quadratmeter der zu reinigenden Oberfläche. Gehen wir von einer mittelgroßen Anlage mit 40 Quadratmetern aus, kostet es Sie also zwischen 80 und 120 Euro, die PV-Anlage reinigen zu lassen. Für kleinere Anlagen können Sie bei einem Fachbetrieb häufig auch Festbeträge aushandeln.

Dabei liegt selbstverständlich eine Frage nahe: Lohnt sich die Solarreinigung überhaupt für mich? Im Normalfall fällt der Ertragsverlust durch Verschmutzung der PV-Module so gering aus, dass eine Reinigung der Anlage im Normalfall alle drei bis fünf Jahre sinnvoll ist. Anders sieht es an Standorten mit hoher Staubbelastung und bei Modulen mit geringem Neigungswinkel aus: Ohne die Solaranlage zu reinigen, nehmen Sie in solchen Fällen eine Verschattung der Solarzellen in Kauf, was die Effizienz der PV-Anlage deutlich mindert. Eine Recherche des öffentlich-rechtlichen Deutschlandfunks kommt zu dem Ergebnis, dass durch Vogelkot, Flechten und andere größere Verunreinigungen ein Ertragsverlust von 10 bis 15 Prozent entstehen kann.1

Wie kann ich eine Photovoltaikanlage reinigen?

Eine gründliche Säuberung der Solarmodule muss nicht mit großem Aufwand verbunden sein. Klares Wasser und eine weiche Glasbürste reichen als Ausrüstung vollkommen aus. Auf diese Weise wird die empfindliche Oberfläche der Solarzellen nicht beschädigt. Hochdruckreiniger sollten Sie hingegen auf keinen Fall für die Säuberung Ihrer Solaranlage verwenden – es drohen ernste Schäden an der Glasoberfläche der Module, an Rahmen und Befestigung. Je nach Schwere der Beschädigung können hohe Reparaturkosten anfallen.

Auch auf Reinigungsmittel können Sie bei der Solarreinigung verzichten. Vor allem harte Reiniger mit aggressiven Chemikalien können die gläserne Oberfläche der Module angreifen. Betreten Sie die Module außerdem auf keinen Fall, da es sonst zu feinen Mikrorissen oder sogar flächigem Glasbruch kommen kann. Infolgedessen müssen unter Umständen ganze Module ersetzt werden – ein teurer Fehltritt.

Hinweis: Auch wenn sich mit der Säuberung in Eigenregie ein paar Euro sparen lassen – bei Arbeiten auf dem Dach empfehlen wir Ihnen dringend, eine Firma mit der PV-Reinigung zu beauftragen. Die höhensicheren Profis erledigen ihre Arbeit routiniert und sicher, zum Beispiel mit sicheren Teleskopstangen vom Boden aus oder mit der entsprechenden Sicherung. Da sich auch der Preis in Grenzen hält, sollten Sie der eigenen Sicherheit Vorrang geben. Auch sollten Sie Ihre Photovoltaikanlage regelmäßig von einem Fachbetrieb überprüfen lassen. So können Sie sicher sein, dass sich alle Anlagenteile, Befestigungen und Stromkabel in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden. Bedenken Sie, dass es sich bei Ihrer PV-Anlage um eine Stromerzeugungsanlage handelt.

Welches Wasser für die PV-Reinigung?

Für die gründliche Photovoltaik-Reinigung verwenden Sie am besten herkömmliches Regenwasser. Mit einer eigenen Regentonne können Sie das Wasser einfach selbst sammeln und in der Zeit zwischen den Säuberungsterminen zu anderen Zwecken verwenden. Auf Leitungswasser sollten Sie hingegen weitestgehend verzichten: Je nach Härtegrad des Wassers und Neigungswinkel Ihrer PV-Module können sich Kalkablagerungen bilden, was wiederum eine unnötige Verschattung der Solarzellen bedeutet.

Ihr Leitungswasser enthält viel Kalk, aber Sie haben keinen Auffangbehälter für Regenwasser? Dann sind Sie mit destilliertem Wasser hervorragend beraten. Das Wasser enthält weder Salz noch Mineralien und ist daher ein ideales Reinigungsmittel für empfindliche Oberflächen. Destilliertes Wasser gibt es allerdings nicht umsonst, Regenwasser hingegen schon.

Welche Betriebe bieten Photovoltaik-Reinigung an?
Wenn Sie einen Fachbetrieb mit der Solarreinigung beauftragen möchten, steht Ihnen mittlerweile eine große Auswahl von Dienstleistern offen. Einige Betriebe haben sich genau auf das Säubern von Solarmodulen spezialisiert, aber auch viele Anbieter von klassischer Gebäudereinigung haben PV-Anlagen in Ihr Angebot aufgenommen.

Photovoltaik-Reinigung? Keine große Sache

Die meisten PV-Anlagen funktionieren auch ohne professionelle Photovoltaik-Reinigung für lange Zeit ohne nennenswerte Leistungseinbußen. Zu spürbaren Ertragsminderungen kommt es hingegen vor allem bei flach montierten Solarmodulen, die nicht von der natürlichen Reinigung durch Regenwasser profitieren, oder in Regionen mit besonders hoher Staubbelastung.

Zum Glück gibt es eine Reihe von Betrieben, die die Module zu einem überschaubaren Preis für Sie säubern. Als Besitzer können Sie Vogelkot, Flechten & Co. auch selbst zu Leibe rücken – dafür brauchen Sie nicht mehr als eine weiche Glasbürste und im Idealfall Regenwasser. Fallen jedoch Reinigungsarbeiten auf dem Dach an, sollten Sie diese aus Sicherheitsgründen lieber einem Fachbetrieb überlassen.

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Quelle: Deutschlandfunk. 2014. Wie Schmutz die Leistung von Solarmodulen einschränkt. https://www.deutschlandfunk.de/stromerzeugung-wie-schmutz-die-leistung-von-solarmodulen-100.html.